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Fondsbranche im Umbruch
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Text Ingrid Müller
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Zurück auf Los... |
Artikel aus Heft 03/2009
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| Nach dem Krisenjahr 2008 müssen sich die Investmenthäuser wieder auf ihre Stärken besinnen – einfache, rentable Produkte ohne doppelten Boden. |
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Die Finanzkrise traf die Investmentbranche mitten ins Herz. Allein im vergangenen Oktober – der DAX rauschte zwischenzeitlich um 22 Prozent nach unten – zogen Sparer ein Zehntel ihrer seit den 1950er Jahren angesparten Vermögenswerte ab. Vor allem aus Aktienfonds flohen Sparer in Scharen.
Ob die Fondshäuser, wie Allianz-Global-Investors-Chef Joachim Faber hofft, das abgeflossene Kapital zurückholen können, ist fraglich. Fest steht: Bei Fonds gibt es einen schmerzhaften Bereinigungsprozess. Denn die Krise ist nicht nur dem Ausverkauf an den Märkten geschuldet. Schuld war auch die schlechte Leistung etlicher Fonds.
Um das Geschäft zu beflügeln, hatten sich die Werbestrategen einiges einfallen lassen. Total-Return-Fonds, Deviseninvestments, Alphafonds, 130/30-Anlagen – immer neue Konzepte drängten in den letzten Jahren auf den Markt. Viele Kreationen waren kaum mehr zu durchschauen. 2008 hielten laut AXA Investment Managers bereits 44 Prozent der Anleger Fonds für kompliziert, noch 2007 waren es erst 37 Prozent.
Das Problem: Die Manager hatten Schwierigkeiten, die prätenziösen Konzepte in bare Münze umzusetzen. Beispiel 130/30-Fonds. Mit ihnen sollten Anleger nicht nur von steigenden, sondern erstmals auch von fallenden Kursen profitieren.
Doch die „Allzweckwaffen“ entpuppten sich als Flop. Der Cominvest 130/30 Europa hatte 2008 über 60 Prozent seines Vermögens vernichtet. Der JP Morgan Europe Select 130/30 reduzierte sich um 50 Prozent.
Einer der Gründe: Deutsche Fondsmanager waren jahrelang auf steigende Kurse programmiert. „Da lag es auf der Hand, dass nicht jeder über Nacht zum begnadeten Shortseller wurde“, so Christian Michel von der Bad Homburger Ratingagentur Feri.
Jetzt rudert die Branche zurück. „In Zukunft dürften klare einfache Produkte statt Komplexität dominieren“, meint Horst Eich, Deutschland-Chef von Allianz Global Investors. Zusätzlich sorgt die Abgeltungsteuer dafür, dass die Spielregeln auf dem Markt neu aufgestellt werden.
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